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Unkaputtbar
Vatertag ist mittlerweile der einzige Feiertag, an dem Männer offiziell mit Bollerwagen voller Bier durch die Gegend ziehen dürfen, damit niemand merkt, wie unfassbar erschöpft viele eigentlich sind. Und vielleicht beginnt genau dort das Problem. Denn der moderne Vater soll heute alles gleichzeitig sein. Versorger, aber präsent. Karriereorientiert, aber familienfokussiert. Emotional intelligent, aber bloß nicht weinerlich. Maskulin, aber keinesfalls „toxisch“. Er soll Grenzen
christophmatthes86
14. Mai5 Min. Lesezeit
Die letzte Kerze vor dem Weltuntergang
Dieser Beitrag wurde inspiriert von Gedanken aus der Predigt von Bischof Dr. Ulrich Neymeyr zur 70. Männerwallfahrt 2026 im Klüschen Hagis. Nicht als Abschrift. Sondern als Weiterdenken. Als Widerspruch. Als Zustimmung. Als Spiegel. Und vielleicht auch als unbequeme Frage an mich selbst. Neulich hat mich jemand gefragt, warum ich noch in die Kirche gehe. Dieses „noch“ war vermutlich das eigentlich Interessante an diesem Satz. Nicht die Kirche. Nicht mein Glaube. Nicht einmal
christophmatthes86
14. Mai5 Min. Lesezeit
Gerangel
Manche Menschen reden von Balance. Als wäre das Leben eine Yogaübung auf einer Salatgurke. Ruhig atmen, kurz zentrieren und dann elegant zwischen Arbeit, Familie, Gesundheit, Beziehung, Selbstfindung und drei Litern Wasser täglich hindurchschweben. Möglichst ohne zu schwitzen. Und bitte mit Achtsamkeits-App. Die Realität fühlt sich meistens anders an. Eher nach Gerangel. Ein seltsames Wort eigentlich. Fast niedlich. Klingt ein bisschen nach Grundschule, nach zwei Kindern mit
christophmatthes86
11. Mai3 Min. Lesezeit
Der leichte Weg
Manche Menschen glauben, Leichtigkeit sei ein Zustand. So etwas wie ein All-inclusive-Hotel der Seele. Keine Sorgen. Keine Konflikte. Kein Streit vor der Abfahrt. Keine Rechnungen. Keine Erwartungen. Keine schweren Gedanken zwischen zwei Menschen, die sich eigentlich lieben sollten. Und am besten WLAN nur für gute Nachrichten. Ich glaube inzwischen, Leichtigkeit ist etwas völlig anderes. Vielleicht entsteht sie nicht nach der Schwere. Sondern mitten in ihr. Der Rennsteig war
christophmatthes86
9. Mai2 Min. Lesezeit
Radikale Akzeptanz
„Es ist, wie es ist“ gehört zu diesen Sätzen, die man belächelt, bevor man sie versteht. Er klingt nach Aufgabe. Nach grauer Couch. Nach Küchenkalender mit Sonnenuntergang und abgestandenem Lebensratgeber-Kaffee. Nach Menschen, die aufgehört haben, sich gegen das Leben zu wehren. Vielleicht macht genau das ihn so gefährlich. Denn wenn man ehrlich ist, basiert fast unser gesamtes modernes Leben auf Widerstand gegen Realität. Alles soll veränderbar sein. Optimierbar. Heilbar. K
christophmatthes86
6. Mai2 Min. Lesezeit
Die Seite, auf der man steht
Manchmal merkt man erst später, auf welcher Seite man stand. Ironie hat etwas Elegantes. Schnell. Präzise. Oft sogar treffend. Ich mag das. Vielleicht zu sehr. Dieses Spiel mit der zweiten Ebene. Dieses „Ich sag etwas – aber meine etwas anderes“. Dieses Gefühl, eine Situation verstanden zu haben, bevor sie überhaupt ausgesprochen ist. Und vielleicht liegt genau da schon die erste Distanz. Denn wer ironisch ist, ist selten mittendrin. Er steht ein Stück daneben. Beobachtet. Ko
christophmatthes86
28. Apr.2 Min. Lesezeit
Das, was man nicht sagt
Es war kein Streit. Nicht mal ein Gespräch. Eigentlich nur ein Satz. „Das Gute ist, dass man das bei dir nicht sieht.“ So ein Satz, der auf den ersten Blick freundlich klingt. Fast schon anerkennend. Kontrolliert. Gefasst. Alles im Griff. Und genau deshalb trifft er. Weil er nicht fragt. Weil er nichts wissen will. Weil er einfach feststellt – und damit abschließt. Da ist keine Tür. Nur ein Rahmen. Man hätte auch sagen können: „Deine Laune ist heute anders. Was ist los?“ Ein
christophmatthes86
28. Apr.2 Min. Lesezeit
Mehr als 1.440
Superhelden haben ja bekanntlich Superkräfte. Röntgenblick. Fliegen. Unsichtbarkeit. Dinge, die man gut vermarkten kann. Dinge, für die es Applaus gibt. Dinge, die man in zwei Stunden Film verpackt bekommt – mit Pause für Popcorn. Und dann gibt es die anderen. Die, die keine Pause kennen. Die, deren Kräfte so unspektakulär klingen, dass man sie fast übersieht. Multitasking zum Beispiel. Klingt nach Bürojob, ist aber in Wahrheit eine Mischung aus Einsatzleitung, Krisenstab, No
christophmatthes86
27. Apr.4 Min. Lesezeit
Wir optimieren uns am Leben vorbei
Wir sind besser geworden. Effizienter. Klarer. Strukturierter. Wir wissen, wann wir produktiv sind, tracken unseren Schlaf, zählen Schritte, vergleichen Gehälter, analysieren Gespräche, reflektieren Beziehungen, planen Wochen, Monate, Jahre. Und irgendwo zwischen all dem liegt eine unbequeme Frage: Wozu eigentlich? Es wirkt alles so sinnvoll. So durchdacht. So erwachsen. Und genau darin liegt das Problem. Wir haben gelernt, unser Leben zu managen – aber verlernt, es zu erlebe
christophmatthes86
22. Apr.2 Min. Lesezeit
Der Regen, der aufhören soll
Es sind selten die großen Themen, die verraten, wie wir wirklich ticken. Es sind die kleinen. Die scheinbar banalen. Die Gespräche an der Kasse, die Kommentare unter Artikeln, die beiläufigen Sätze, die mehr über uns erzählen als jede Grundsatzrede. Neulich ging es wieder um Preise. Spritpreise. Ein Dauerbrenner. Und während sich die Diskussion drehte, wurde plötzlich etwas anderes sichtbar. Nicht die Höhe der Zahlen. Sondern die Tiefe der Gedanken dahinter. Menschen regen si
christophmatthes86
21. Apr.2 Min. Lesezeit
Kein Zufall
Es ist erstaunlich, wie viele Dinge sich erklären lassen, wenn man sie nicht wahrhaben will. Ein Zufall. Ein Umstand. Ein schlechtes Timing. Die Welt ist voller Ausreden, die sich vernünftig anhören. Und genau darin liegt ihre größte Gefahr. Sie nehmen dem Offensichtlichen die Schärfe. Sie glätten das, was eigentlich kantig ist. Sie machen aus Klarheit ein Fragezeichen. Vielleicht ist genau das unser größtes Talent: nicht das Verstehen, sondern das Erklären. Wir erklären uns
christophmatthes86
11. Apr.2 Min. Lesezeit
Es reicht... nicht mehr
Es beginnt selten mit einem großen Bruch. Eher mit einem leisen Verschieben. Ein Gespräch, das anders endet als sonst. Eine Nachricht, die nicht mehr kommt. Oder eine, die sich plötzlich fremd anfühlt, obwohl der Absender derselbe ist. Und irgendwo dazwischen entsteht etwas, das man lange nicht wahrhaben will: Enttäuschung. Nicht laut. Nicht dramatisch. Sondern still genug, um sie sich schönzureden. Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem man aufhören muss, sauer zu sein.
christophmatthes86
6. Apr.2 Min. Lesezeit
Wen suchen wir wirklich?
Ich habe neulich einen Film gesehen. Ein römischer Offizier. Klar im Kopf. Klar im Auftrag. Ein Körper ist verschwunden – also sucht er den Körper. So einfach kann die Welt sein, wenn man noch glaubt, dass jede Frage eine Antwort hat. Wen sucht ihr? Vielleicht ist das gar keine biblische Frage. Vielleicht ist es die ehrlichste Beschreibung unserer Gegenwart. Wir suchen pausenlos. Antworten, Haltung, Schuldige, Bedeutung. Hauptsache im Außen. Hauptsache nicht bei uns. Und das
christophmatthes86
4. Apr.3 Min. Lesezeit
The same procedure as every year?
Acht Jahre Hülfensberg. Vierzig Kilometer, die sich irgendwann nicht mehr wie Strecke anfühlen, sondern wie Gewohnheit. Der Körper weiß, wann es zieht, wann es leicht wird. Man fährt los, weil man es immer so gemacht hat. Weil Rituale tragen. Und vielleicht auch, weil man sie irgendwann nicht mehr hinterfragt. Dieses Jahr war es anders. Nicht äußerlich. Der Weg war derselbe, das Ziel auch, die Messe sowieso. Aber irgendetwas hat sich verschoben. Nicht im Ablauf. Im Blick. Vie
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3. Apr.3 Min. Lesezeit
Flügel
Ein Schmetterling sieht seine eigenen Flügel nicht. Das ist kein schönes Bild, das ist einfach eine Grenze. Er fliegt, ohne zu sehen, was ihn trägt. Und vielleicht ist genau das näher an uns dran, als uns lieb ist. Ich habe lange geglaubt, es seien die anderen. Die, die stören, die kommentieren, die irgendwo im Hintergrund sitzen wie eine Krähe und nicht aufhören zu hacken. Man kennt das – Worte, die nicht fragen, sondern treffen. Blicke, die mehr sagen als sie sollten. Und i
christophmatthes86
28. März2 Min. Lesezeit


Höhe
Neulich bin ich über eine dieser Geschichten gestolpert, die man sofort versteht und gerade deshalb ein bisschen misstrauisch machen. Ein Adler. Eine Krähe. Die Krähe wagt etwas, was sonst keiner tut. Sie setzt sich auf den Rücken des Adlers. Hackt. Stört. Bleibt. Unnachgiebig. Man kennt solche Situationen. Nicht aus der Tierwelt. Aus Gesprächen. Aus Kommentarspalten. Aus Sitzungen. Aus diesem einen Moment, in dem plötzlich nicht mehr zählt, was gesagt wird – sondern nur noch
christophmatthes86
26. März2 Min. Lesezeit
Genug.
Neulich stand ich im Supermarkt vor einem Regal, das so voll war, dass man eigentlich nichts mehr hätte dazustellen können. Drei Sorten wurden plötzlich zu dreißig. Aus Auswahl wurde Überforderung. Und während ich da stand, hörte ich hinter mir jemanden sagen: „Irgendwie ist nichts dabei.“ Man möchte darüber lachen. Wirklich. Bis man merkt, dass das kein Problem des Regals ist. Sondern unseres. Wir leben in einer Zeit, in der alles da ist – und trotzdem fühlt es sich oft nach
christophmatthes86
25. März3 Min. Lesezeit
Hätte, wäre, wenn
„Hätte ich damals …“ Erstaunlich viele Geschichten beginnen mit diesem Satz. Hätte ich den Job angenommen. Hätte ich früher angefangen zu laufen. Hätte ich dieses eine Gespräch anders geführt. Hätte ich mehr Mut gehabt. Manchmal ist dieses „hätte“ harmlos. Eine kleine gedankliche Spielerei auf dem Sofa der Vergangenheit. Doch manchmal baut sich daraus eine ganze Parallelwelt. Eine Welt, in der alles besser gelaufen wäre. Der richtige Satz zur richtigen Zeit. Die richtige Ents
christophmatthes86
24. März3 Min. Lesezeit
Trotzdem
Es gibt Sätze, die passen nicht zur Situation. Sie stehen im Raum wie ein leiser Widerspruch. Nicht laut genug, um dagegen zu argumentieren, aber stark genug, um zu irritieren. „Herr, wärst du hier gewesen…“ Das ist kein frommer Satz. Das ist ein ehrlicher. Einer, der gleichzeitig glaubt und zweifelt, vertraut und klagt, festhält – und doch nicht versteht. Vielleicht sind genau das die Sätze, an denen sich entscheidet, woran wir wirklich glauben. Denn es gibt diese Momente, i
christophmatthes86
22. März4 Min. Lesezeit
Die Dinge, die nicht da sind
Ich habe einen Test gemacht. Zwei Sekunden Zeit. Merke dir drei blaue Dinge auf einem Bild zu merken. Los geht’s. Zwei Sekunden sind schneller vorbei, als man denkt, und dann diese unscheinbare Frage, fast schon beiläufig: Was war gelb? Die meisten zögern. Nicht lange. Eher irritiert. So, als hätte man etwas überhört, das eigentlich nicht gesagt wurde. Und genau das ist der Punkt: Das Gelbe war da. Mitten im Bild. Nicht versteckt, nicht am Rand, nicht besonders kreativ getarn
christophmatthes86
22. März4 Min. Lesezeit
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