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Bestenfalls
Der rote Faden wird überschätzt. Wirklich. Er ist etwas für Präsentationen, Beziehungsratgeber und Menschen, die glauben, das Leben müsse sich bitte vorher anmelden. Dabei ist das Leben eher so: Es klingelt nicht. Es fällt rein. Mit Schuhen. Vielleicht geht es gar nicht um den roten Faden. Vielleicht geht es um den Fall. Und zwar nicht den Sturz, sondern den besten Fall. Den Moment, in dem man aufhört, sich krampfhaft zu halten – und sich fallen lässt. Bestenfalls. Das klingt
christophmatthes86
vor 1 Tag2 Min. Lesezeit
Wunderpunkt
Es gibt diesen Moment, da reicht ein Satz. Oder ein Blick. Oder jemand sagt etwas völlig Harmloses – und zack, innerlich Vollbremsung. „Bitte nicht da.“ Helm auf, Bauch rein, Ironie raus. Man kennt das ja. Man ist schließlich erwachsen. Das ist der wunde Punkt. Der reagiert schneller als jeder gute Vorsatz. Der braucht keinen Kontext, keine Einordnung, keine Nacht drüber schlafen. Der ist sofort da und übernimmt zuverlässig das Steuer. Rückzug. Rechtfertigung. Ein blöder Spru
christophmatthes86
vor 3 Tagen3 Min. Lesezeit
Standard. Nicht Drama.
Meine Grenze ist kein Drama. Sie kommt ohne Soundtrack, ohne Träne im Augenwinkel und ohne pädagogisches Begleitheft. Sie ist ein Standard. So wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Oder Schwerkraft. Ich erkläre sie nicht fünfmal. Ich übersetze sie nicht in „weich“. Ich lackiere sie nicht rosa und binde keine Schleife drum, damit sie besser aussieht. Ich sage auch nicht mehr: „Ist ja eigentlich nicht so schlimm.“ Doch. Wenn es mich stresst, ist es schlimm genug. Punkt. Das ist kei
christophmatthes86
vor 4 Tagen2 Min. Lesezeit
Glaubst du an ein Leben nach dem Davor?
Ich habe neulich eine Geschichte gehört, die blieb nicht einfach hängen. Sie setzte sich. Irgendwo zwischen Rippen und Gewissen. Eine dieser Geschichten, die man nicht weitererzählt, um klug zu wirken, sondern weil sie einen leise erwischt. Zwei Babys im Mutterleib. Das eine fragt: „Glaubst du an ein Leben nach der Geburt?“ Das andere zögert nicht: „Natürlich. Es muss etwas geben. Vielleicht sind wir hier nur in Vorbereitung.“ Das erste lacht. Ein kurzes, überlegenes Lachen.
christophmatthes86
vor 6 Tagen2 Min. Lesezeit
Gleichwohl – über die Organisation von Zufällen und das Gewicht des Schönen
Es gibt Wörter, die wir vorschnell missverstehen. „Schwerwiegend“ zum Beispiel. Es klingt nach Schuld, nach Aktenvermerken, nach Dingen, die man lieber klein hält. Gleichwohl geht es dabei nur um Gewicht. Und vielleicht ist es an der Zeit, dem Schönen (s)ein Gewicht (zurück)zugeben. Denn was wirklich zählt, ist selten leicht. Es legt sich nicht obenauf, es sinkt ein. Bleibt. Verschiebt den Schwerpunkt. Schöne Erlebnisse dürfen schwer wiegen – nicht, weil sie mühsam sind, sond
christophmatthes86
18. Jan.2 Min. Lesezeit
Schatten sind kein Argument
Es gibt Menschen, die nennt man „schwierig“. Und es gibt Begegnungen, nach denen man weiß: Das war kein Gespräch. Das war eine Abbuchung. Wenn dich jemand regelmäßig stresst, ist das kein zwischenmenschliches Thema. Das ist ein Preis. Und irgendwer zahlt ihn. Meist du. Interessanterweise erkennt man Energieräuber nicht daran, dass sie böse wären. Die meisten kommen ganz harmlos daher. Nett sogar. Höflich. Manchmal engagiert. Man erkennt sie daran, dass man nach jedem Kontakt
christophmatthes86
16. Jan.2 Min. Lesezeit
Du bist sicher genug
Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Sicherheit kündigt sich selten mit Feuerwerk an. Sie kommt eher wie ein leises „Du kannst jetzt“, irgendwo zwischen Müdigkeit und Klarheit. Kein Applaus. Kein Zertifikat. Nur dieses innere Nicken, das sagt: Ich halte nicht mehr fest, weil es gut ist – sondern nur noch, weil ich es kenne. Das Universum – oder Gott, oder wie auch immer man das nennt, was größer ist als unsere To-do-Listen – hat derweil längst angefangen, im Hintergrund Möbel
christophmatthes86
12. Jan.2 Min. Lesezeit
Nicht jeder Kommentar dient als Kompass
Es ist ja nicht so, dass Kritik per se das Problem wäre. Im Gegenteil. Gute Kritik ist selten, wertvoll und manchmal rettend. Sie kommt leise, bleibt sachlich und meint es gut, auch wenn sie weh tut. Man erkennt sie daran, dass man den Menschen dahinter ernst nimmt. Das Problem beginnt dort, wo Kritik von Menschen kommt, denen man niemals das Lenkrad seines Lebens in die Hand drücken würde. Und trotzdem hört man zu. Intensiv. Nachts. Mehrfach. Zehn Stimmen sagen: „Das war gut
christophmatthes86
12. Jan.3 Min. Lesezeit
Das Gute findet zu dir
Es gibt Zeiten, in denen man sich selbst besser nicht zu genau ansieht. Nicht aus Feigheit. Nicht aus Verdrängung. Sondern aus Selbstschutz. Man ahnt, was dort liegt. Man spürt die Fragen, die man sich stellen müsste, wenn man ehrlich hinschaut. Und man weiß: Wenn ich das jetzt alles auf einmal zulasse, zieht es mir den Boden unter den Füßen weg. Also schaut man nicht. Noch nicht. Und das ist kein Scheitern. Es ist eine Pause. In solchen Phasen passiert etwas Merkwürdiges: M
christophmatthes86
9. Jan.3 Min. Lesezeit
Es hätte so wenig gebraucht.
Manchmal sind es ausgerechnet Lieder, die nicht trösten wollen, sondern nur leise nicken. So nach dem Motto: Ja. Genau das. Kein Drama. Kein großes Pathos. Nur dieser eine Satz, der hängen bleibt wie ein Krümel im Bettlaken, von einem Frühstück das gar nicht stattfand: It was all I ever asked of you. Was rückblickend fast unverschämt wirkt, ist nicht das, was gefehlt hat. Es ist die Peinlichkeit der Erkenntnis, dass es eigentlich nicht viel gewesen wäre. Kein Umzug. Keine The
christophmatthes86
3. Jan.2 Min. Lesezeit
Das Einserjahr
2026 wurde gerade ausgerufen. Mit Sternchen. Mit Zyklen. Mit Zahlen, die sich addieren, reduzieren und am Ende erstaunlich oft bei der Eins landen. Das Einserjahr. Der kosmische Neustart. Der Moment, in dem alles möglich sein soll – zumindest rechnerisch. Man kann das mögen. Oder skeptisch die Augenbraue heben. Oder beides gleichzeitig. Denn seien wir ehrlich: Der Mensch liebt Ordnung im Chaos. Wenn schon das Leben unübersichtlich ist, dann wenigstens das Jahr durchnummeriere
christophmatthes86
1. Jan.3 Min. Lesezeit
Wer loslässt hat die Hände frei
D er Jahreswechsel ist dieser eigenartige Moment, in dem man kurz glaubt, ab morgen wäre alles anders. Ordentlicher. Gesünder. Konsequenter. Als ließe sich das Leben mit einem neuen Kalenderblatt neu starten. Erfahrungsgemäß funktioniert das ungefähr so gut wie Neujahrsvorsätze aus Granit: beeindruckend formuliert, aber erstaunlich schwer zu bewegen. Vielleicht liegt genau dort das Missverständnis. Ein neues Jahr braucht nicht zwingend neue Ziele. Manchmal braucht es nur wen
christophmatthes86
1. Jan. 20262 Min. Lesezeit
Es ist, wie es ist
Manche Jahre fühlen sich nicht spektakulär an. Sie haben keinen klaren Bruch, keinen dramatischen Wendepunkt, keinen Moment, an dem man sagen könnte: Da ist es passiert. Sie laufen einfach. Und irgendwann merkt man, dass man selbst stehen geblieben ist, während alles andere erstaunlich laut an einem vorbeizieht. Dieses Jahr war so eines. Dienstlich war viel. Nicht außergewöhnlich, nicht heroisch, sondern schlicht notwendig. Verantwortung hatte Vorrang. Termine auch. Und
christophmatthes86
31. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Wenn Träume unbequem werden
Im Matthäusevangelium wird von einem Mann erzählt, der kaum spricht. Keine Erklärungen, keine Rechtfertigungen, kein innerer Monolog. Er träumt – und richtet danach sein Handeln aus. Der Mensch wurzelt im Traum, wächst in die Wirklichkeit, verästelt sich in der Erinnerung. Und irgendwo dazwischen verliert er sich manchmal selbst. Wer glaubt, Träume seien nur Schäume, unterschätzt ihre Arbeit. Sie sind kein Kino, sie sind Werkstatt. Sie bereiten vor, ohne zu erklären. Sie sc
christophmatthes86
30. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Arbeit der Träume
Träume haben keinen guten Ruf. Sie gelten als unzuverlässig, verschwommen, unerquicklich unpraktisch. Etwas für Künstler, Kinder und Menschen, die „nicht ganz bei der Sache“ sind. Wer erwachsen ist, so die unausgesprochene Regel, sollte aufhören zu träumen und anfangen zu funktionieren. Merkwürdig nur, dass genau dann, wenn alles zu funktionieren scheint, die Träume lauter werden. Oder vielleicht ist es umgekehrt: Man funktioniert nur deshalb, weil sich Träume heimlich ins
christophmatthes86
30. Dez. 20254 Min. Lesezeit
Neue Töne
Zwischen den Jahren wird gern neu gestimmt. Plötzlich klingen alle etwas weicher. Dankbarer. Einsichtiger. Man spricht von Abschlüssen, von Auflösen, von Neuanfängen. Manche nennen es Rauhnächte, andere Jahresreflexion, wieder andere einfach schlechtes Gewissen mit Kerzenschein. Es ist diese Zeit, in der Menschen Dinge sagen, die sie elf Monate lang sehr zuverlässig nicht gesagt haben. Und Dinge tun, die auffallen – gerade weil sie sonst fehlen. Eine Nachricht. Ein freundlich
christophmatthes86
28. Dez. 20252 Min. Lesezeit


New Day will rise
Es ist noch Nacht, wenn ich losgehe. Diese Nacht, in der der Wecker eindeutig anderer Meinung ist als ich. Der Brocken liegt irgendwo über mir – unsichtbar, unbeeindruckt, souverän. Zum achten Mal dieses Jahr. Und er tut jedes Mal so, als wäre ich neu. Im Ohr dieses Lied. Nicht als Motivation, eher als leises Augenzwinkern. New day will rise. Klingt groß. Fühlt sich auf den ersten Metern eher nach kalten Fingern und müden Knien an. Aber gut – große Wahrheiten beginnen selten
christophmatthes86
27. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Gehalten im Bleiben und Gehen
Ein Kind, das nicht von ihm war. Ein Weg, der anders verlief als angekündigt. Ein Leben, das sich nicht erklären ließ, ohne dass andere mitredeten. Josef hätte viele Gründe gehabt zu gehen. Er blieb. Nicht, weil alles klar, einfach und schön war. Sondern weil Verantwortung manchmal dort beginnt, wo Gewissheit fehlt. Er war nicht der leibliche Vater. Aber er war da. Hat getragen, geschützt, organisiert, geschwiegen. Und akzeptiert, dass immer wieder von dem Vater gesprochen wu
christophmatthes86
25. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Wo Stärke wächst
Hoffnung ist gerade so schwer zu finden. Man sucht sie, schaut nach links und fühlt sich blind für Perspektiven, die weiterbringen könnten. Es gibt keinen Schmerz nur über zwölf Runden, keinen Gong, der einen aus dem Kampf befreit. Auch keine Zeit, die Wunden heilt – bei jedem falschen Wort reißen sie erneut auf. Das Glück steht oft hinter Gittern, bretthart, und man kauert stumm in einer Nische namens „Warum?“. Ein Jahr hat manchmal nur vier Winter, und selbst der kleinste W
christophmatthes86
23. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Wenn Leidenschaft leidet und Leiden schafft
Es gibt Momente, da sitzt man mitten auf seinem Weg und fragt sich, wann genau man eigentlich falsch abgebogen ist. Kein Donnerschlag. Kein brennender Dornbusch. Eher ein höfliches Räuspern des Lebens. Ein „Entschuldigung, sind Sie hier noch richtig?“ Der Weg wurde nicht verlassen. Er wurde unterbrochen. Wegen Terminen. Wegen Verantwortung. Wegen dieses harmlos klingenden Satzes: Jetzt gerade nicht. Und wie das so ist – aus „nicht jetzt“ wird „irgendwann“. Und aus „irgendwann
christophmatthes86
23. Dez. 20252 Min. Lesezeit
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