New Day will rise
- christophmatthes86
- 27. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Es ist noch Nacht, wenn ich losgehe.
Diese Nacht, in der der Wecker eindeutig anderer Meinung ist als ich. Der Brocken liegt irgendwo über mir – unsichtbar, unbeeindruckt, souverän. Zum achten Mal dieses Jahr. Und er tut jedes Mal so, als wäre ich neu.
Im Ohr dieses Lied. Nicht als Motivation, eher als leises Augenzwinkern.
Klingt groß. Fühlt sich auf den ersten Metern eher nach kalten Fingern und müden Knien an. Aber gut – große Wahrheiten beginnen selten bequem.
Der Weg ist bekannt. Die Beine wissen das. Der Kopf dagegen diskutiert.
Are you proud of me tonight?
Eine dieser Fragen, die man sich besser im Gehen stellt. Stillstand macht sie nur schwerer.
Und even if you say goodbye… manche Dinge gehen trotzdem mit. Abschiede, die nicht verschwinden, sondern sich verwandeln. You’ll never go away.
Vielleicht sind das genau die Momente für immer – nicht, weil sie perfekt waren, sondern weil sie geblieben sind.
Irgendwann wird es still. Diese gute Stille. Kein Pathos, kein Gesprächszwang. Man geht nebeneinander her. Weggefährten. Mein persönliches Lieblings-„Komm-wir-machen-das-Team“. Menschen, die nicht antreiben, sondern tragen. You are the rainbow in my sky.
Und plötzlich merkt man: Allein ist hier gerade niemand.
Über den Wolken bekommt das Grau Risse. Erst schüchtern, dann mutiger.
My colours in the grey.
Nicht alles wird hell. Aber es wird lesbar. Und das reicht oft schon.
Ich muss schmunzeln. Über mich. Über den Ernst, mit dem ich einmal im Jahr glaube, dem Leben mit einer Stirnlampe einen Sinn abzuringen. Und trotzdem denke ich: Ich hab es so genossen. Jeden Schritt. Auch die unnötigen. Vor allem die langsamen.
Life will go on.
Kein Trostpflaster. Eher ein Schulterklopfen. Das Leben geht weiter. Mit uns. Trotz uns. Oftmals sogar dank uns.
Dann ist er da. Der neue Tag.
Kein Chor. Kein großes Finale. Einfach Licht.
Darkness will fade.
Nicht sofort. Nicht rückwirkend. Aber zuverlässig genug, um wiederzukommen.
Am Ende bleibt keine Erkenntnis, die man einrahmen müsste.
Nur dieses Gefühl:
Nicht der Weg war entscheidend.
Nicht das Ziel.
Sondern mit wem man gegangen ist.
Und dass man sich – wieder einmal – fürs Licht entschieden hat.
New day will rise.
Zum achten Mal.
Und ich nehme an: nicht zum letzten.
Kommentare