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Schatten sind kein Argument
Es gibt Menschen, die nennt man „schwierig“. Und es gibt Begegnungen, nach denen man weiß: Das war kein Gespräch. Das war eine Abbuchung. Wenn dich jemand regelmäßig stresst, ist das kein zwischenmenschliches Thema. Das ist ein Preis. Und irgendwer zahlt ihn. Meist du. Interessanterweise erkennt man Energieräuber nicht daran, dass sie böse wären. Die meisten kommen ganz harmlos daher. Nett sogar. Höflich. Manchmal engagiert. Man erkennt sie daran, dass man nach jedem Kontakt
christophmatthes86
16. Jan.2 Min. Lesezeit
Du bist sicher genug
Auch wenn es sich nicht so anfühlt. Sicherheit kündigt sich selten mit Feuerwerk an. Sie kommt eher wie ein leises „Du kannst jetzt“, irgendwo zwischen Müdigkeit und Klarheit. Kein Applaus. Kein Zertifikat. Nur dieses innere Nicken, das sagt: Ich halte nicht mehr fest, weil es gut ist – sondern nur noch, weil ich es kenne. Das Universum – oder Gott, oder wie auch immer man das nennt, was größer ist als unsere To-do-Listen – hat derweil längst angefangen, im Hintergrund Möbel
christophmatthes86
12. Jan.2 Min. Lesezeit
Nicht jeder Kommentar dient als Kompass
Es ist ja nicht so, dass Kritik per se das Problem wäre. Im Gegenteil. Gute Kritik ist selten, wertvoll und manchmal rettend. Sie kommt leise, bleibt sachlich und meint es gut, auch wenn sie weh tut. Man erkennt sie daran, dass man den Menschen dahinter ernst nimmt. Das Problem beginnt dort, wo Kritik von Menschen kommt, denen man niemals das Lenkrad seines Lebens in die Hand drücken würde. Und trotzdem hört man zu. Intensiv. Nachts. Mehrfach. Zehn Stimmen sagen: „Das war gut
christophmatthes86
12. Jan.3 Min. Lesezeit
Das Gute findet zu dir
Es gibt Zeiten, in denen man sich selbst besser nicht zu genau ansieht. Nicht aus Feigheit. Nicht aus Verdrängung. Sondern aus Selbstschutz. Man ahnt, was dort liegt. Man spürt die Fragen, die man sich stellen müsste, wenn man ehrlich hinschaut. Und man weiß: Wenn ich das jetzt alles auf einmal zulasse, zieht es mir den Boden unter den Füßen weg. Also schaut man nicht. Noch nicht. Und das ist kein Scheitern. Es ist eine Pause. In solchen Phasen passiert etwas Merkwürdiges: M
christophmatthes86
9. Jan.3 Min. Lesezeit
Es hätte so wenig gebraucht.
Manchmal sind es ausgerechnet Lieder, die nicht trösten wollen, sondern nur leise nicken. So nach dem Motto: Ja. Genau das. Kein Drama. Kein großes Pathos. Nur dieser eine Satz, der hängen bleibt wie ein Krümel im Bettlaken, von einem Frühstück das gar nicht stattfand: It was all I ever asked of you. Was rückblickend fast unverschämt wirkt, ist nicht das, was gefehlt hat. Es ist die Peinlichkeit der Erkenntnis, dass es eigentlich nicht viel gewesen wäre. Kein Umzug. Keine The
christophmatthes86
3. Jan.2 Min. Lesezeit
Das Einserjahr
2026 wurde gerade ausgerufen. Mit Sternchen. Mit Zyklen. Mit Zahlen, die sich addieren, reduzieren und am Ende erstaunlich oft bei der Eins landen. Das Einserjahr. Der kosmische Neustart. Der Moment, in dem alles möglich sein soll – zumindest rechnerisch. Man kann das mögen. Oder skeptisch die Augenbraue heben. Oder beides gleichzeitig. Denn seien wir ehrlich: Der Mensch liebt Ordnung im Chaos. Wenn schon das Leben unübersichtlich ist, dann wenigstens das Jahr durchnummeriere
christophmatthes86
1. Jan.3 Min. Lesezeit
Wer loslässt hat die Hände frei
D er Jahreswechsel ist dieser eigenartige Moment, in dem man kurz glaubt, ab morgen wäre alles anders. Ordentlicher. Gesünder. Konsequenter. Als ließe sich das Leben mit einem neuen Kalenderblatt neu starten. Erfahrungsgemäß funktioniert das ungefähr so gut wie Neujahrsvorsätze aus Granit: beeindruckend formuliert, aber erstaunlich schwer zu bewegen. Vielleicht liegt genau dort das Missverständnis. Ein neues Jahr braucht nicht zwingend neue Ziele. Manchmal braucht es nur wen
christophmatthes86
1. Jan. 20262 Min. Lesezeit
Es ist, wie es ist
Manche Jahre fühlen sich nicht spektakulär an. Sie haben keinen klaren Bruch, keinen dramatischen Wendepunkt, keinen Moment, an dem man sagen könnte: Da ist es passiert. Sie laufen einfach. Und irgendwann merkt man, dass man selbst stehen geblieben ist, während alles andere erstaunlich laut an einem vorbeizieht. Dieses Jahr war so eines. Dienstlich war viel. Nicht außergewöhnlich, nicht heroisch, sondern schlicht notwendig. Verantwortung hatte Vorrang. Termine auch. Und
christophmatthes86
31. Dez. 20253 Min. Lesezeit
Wenn Träume unbequem werden
Im Matthäusevangelium wird von einem Mann erzählt, der kaum spricht. Keine Erklärungen, keine Rechtfertigungen, kein innerer Monolog. Er träumt – und richtet danach sein Handeln aus. Der Mensch wurzelt im Traum, wächst in die Wirklichkeit, verästelt sich in der Erinnerung. Und irgendwo dazwischen verliert er sich manchmal selbst. Wer glaubt, Träume seien nur Schäume, unterschätzt ihre Arbeit. Sie sind kein Kino, sie sind Werkstatt. Sie bereiten vor, ohne zu erklären. Sie sc
christophmatthes86
30. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Arbeit der Träume
Träume haben keinen guten Ruf. Sie gelten als unzuverlässig, verschwommen, unerquicklich unpraktisch. Etwas für Künstler, Kinder und Menschen, die „nicht ganz bei der Sache“ sind. Wer erwachsen ist, so die unausgesprochene Regel, sollte aufhören zu träumen und anfangen zu funktionieren. Merkwürdig nur, dass genau dann, wenn alles zu funktionieren scheint, die Träume lauter werden. Oder vielleicht ist es umgekehrt: Man funktioniert nur deshalb, weil sich Träume heimlich ins
christophmatthes86
30. Dez. 20254 Min. Lesezeit
Neue Töne
Zwischen den Jahren wird gern neu gestimmt. Plötzlich klingen alle etwas weicher. Dankbarer. Einsichtiger. Man spricht von Abschlüssen, von Auflösen, von Neuanfängen. Manche nennen es Rauhnächte, andere Jahresreflexion, wieder andere einfach schlechtes Gewissen mit Kerzenschein. Es ist diese Zeit, in der Menschen Dinge sagen, die sie elf Monate lang sehr zuverlässig nicht gesagt haben. Und Dinge tun, die auffallen – gerade weil sie sonst fehlen. Eine Nachricht. Ein freundlich
christophmatthes86
28. Dez. 20252 Min. Lesezeit


New Day will rise
Es ist noch Nacht, wenn ich losgehe. Diese Nacht, in der der Wecker eindeutig anderer Meinung ist als ich. Der Brocken liegt irgendwo über mir – unsichtbar, unbeeindruckt, souverän. Zum achten Mal dieses Jahr. Und er tut jedes Mal so, als wäre ich neu. Im Ohr dieses Lied. Nicht als Motivation, eher als leises Augenzwinkern. New day will rise. Klingt groß. Fühlt sich auf den ersten Metern eher nach kalten Fingern und müden Knien an. Aber gut – große Wahrheiten beginnen selten
christophmatthes86
27. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Gehalten im Bleiben und Gehen
Ein Kind, das nicht von ihm war. Ein Weg, der anders verlief als angekündigt. Ein Leben, das sich nicht erklären ließ, ohne dass andere mitredeten. Josef hätte viele Gründe gehabt zu gehen. Er blieb. Nicht, weil alles klar, einfach und schön war. Sondern weil Verantwortung manchmal dort beginnt, wo Gewissheit fehlt. Er war nicht der leibliche Vater. Aber er war da. Hat getragen, geschützt, organisiert, geschwiegen. Und akzeptiert, dass immer wieder von dem Vater gesprochen wu
christophmatthes86
25. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Wo Stärke wächst
Hoffnung ist gerade so schwer zu finden. Man sucht sie, schaut nach links und fühlt sich blind für Perspektiven, die weiterbringen könnten. Es gibt keinen Schmerz nur über zwölf Runden, keinen Gong, der einen aus dem Kampf befreit. Auch keine Zeit, die Wunden heilt – bei jedem falschen Wort reißen sie erneut auf. Das Glück steht oft hinter Gittern, bretthart, und man kauert stumm in einer Nische namens „Warum?“. Ein Jahr hat manchmal nur vier Winter, und selbst der kleinste W
christophmatthes86
23. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Wenn Leidenschaft leidet und Leiden schafft
Es gibt Momente, da sitzt man mitten auf seinem Weg und fragt sich, wann genau man eigentlich falsch abgebogen ist. Kein Donnerschlag. Kein brennender Dornbusch. Eher ein höfliches Räuspern des Lebens. Ein „Entschuldigung, sind Sie hier noch richtig?“ Der Weg wurde nicht verlassen. Er wurde unterbrochen. Wegen Terminen. Wegen Verantwortung. Wegen dieses harmlos klingenden Satzes: Jetzt gerade nicht. Und wie das so ist – aus „nicht jetzt“ wird „irgendwann“. Und aus „irgendwann
christophmatthes86
23. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Vom Ernst der Kerzen und der Unfähigkeit des Jahres, uns kleinzukriegen
Es ist der Moment im Jahr, in dem das Dunkel seinen Höhepunkt überschritten hat – auch wenn man es noch nicht sieht. Dieses Jahr hatte viele Talente. Es konnte laut sein. Es konnte anstrengend sein. Und es hatte eine erstaunliche Begabung dafür, Menschen davon zu überzeugen, dass „später“ ein tragfähiges Lebenskonzept sei. Später reden wir in Ruhe. Später achten wir wieder mehr aufeinander. Später kümmern wir uns um das, was sich gerade komisch anfühlt. Später – das große Ver
christophmatthes86
21. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Ein Duett, das keiner (mehr) hört
Vielleicht ist Entzweiung nicht das Ende einer Liebe. Vielleicht ist sie ihr Fieber. Ein Zeichen dafür, dass etwas fehlt, obwohl noch alles da ist. Man lebt nebeneinander. Man kennt die Abläufe. Man weiß, wann der andere müde ist, wann Termine drücken, wann der Alltag wieder einmal alles auffrisst. Und trotzdem bleibt dieser leise Gedanke: Warum scheint für andere mehr Zeit zu sein als für mich? Zeit hat man nicht, heißt es. Zeit nimmt man sich. Oder eben nicht. Man nimmt sie
christophmatthes86
20. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Der leise Glanz des Alltäglichen
Es gibt Menschen, die leisten Unglaubliches, ohne es jemals so zu nennen. Ihre Tage beginnen nicht mit Pathos und enden nicht mit Applaus. Sie beginnen einfach. Und sie hören auf, wenn alles erledigt ist. Oder wenn nichts mehr geht. Man sieht ihnen nicht an, wie lang die Woche war. Man hört es nicht in ihrer Stimme. Man ahnt es höchstens zwischen zwei Terminen, zwischen Müdigkeit und einem Lächeln, das trotzdem bleibt. Was da geleistet wird, trägt keinen Titel. Es ist keine F
christophmatthes86
20. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Was bleibt, wenn man fliegt
Es gibt Tage, an denen sich das Leben anfühlt, als würde es sich kurz lösen vom Boden, nicht weil alles leicht ist, sondern weil jemand da ist, der den Mut hat, Raum zu geben. Raum für Bewegung, für Tempo, für Höhenflüge, für diese innere Unruhe, die nicht fliehen will, sondern wachsen. Dann liegt die Sonne im Gesicht, hoch über den Dächern, und für einen Moment verliert die Welt ihr Gewicht, als hätte sie beschlossen, sich nicht einzumischen. In solchen Augenblicken stellt s
christophmatthes86
18. Dez. 20252 Min. Lesezeit
Dankbarkeit jenseits des Machbaren
Es gibt Jahre, in denen man weiterkommt, als man es je geplant hätte. Nicht, weil alles richtig entschieden wurde. Nicht, weil alles kontrollierbar war. Sondern, weil getragen wurde – auch dort, wo man selbst gezögert hat. Ein Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, das zu Beginn keinen klaren Weg erkennen ließ. Nicht alles war leicht. Nicht alles sicher. Aber vieles ist gegangen – Schritt für Schritt. Von Menschen. Von Geduld. Und von einem Vertrauen, das oft erst dann da
christophmatthes86
13. Dez. 20252 Min. Lesezeit
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