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Streit für die Sache – Nicht fürs Ego

  • christophmatthes86
  • 9. Sept. 2024
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt diese Menschen, die unbedingt mit dem Kopf durch die Wand wollen – ohne zu wissen, was sie auf der anderen Seite überhaupt wollen. Und dann gibt es diejenigen, die Streit um jeden Preis vermeiden, in der Hoffnung, dass sich alles von selbst regelt. Beides bringt uns nicht weiter, oder?


Streit gehört zum Leben dazu, und das ist auch gut so. Der Trick dabei ist nur, richtig zu streiten – nämlich für die Sache und nicht fürs Ego. Denn sobald es nur noch darum geht, wer „gewinnt“, bleibt das eigentliche Thema auf der Strecke.


„Nur wer mit dem Herzen an einer Sache hängt, kann richtig streiten.“

Stimmt schon, ohne Herzblut wird man nicht viel erreichen. Aber wenn Leidenschaft Leiden schafft, ist es Zeit, innezuhalten. Was als Engagement für die Sache begann, kann schnell zum Ego-Kampf werden. Die Diskussion dreht sich dann nicht mehr um Lösungen, sondern nur noch darum, das eigene Gesicht zu wahren.


Das Problem ist: Solche Auseinandersetzungen bringen nichts außer Stillstand. Oft bleiben wir in Ego-Spielchen hängen, anstatt nach vorne zu schauen. Wir streiten aus Prinzip, obwohl die Lösung vielleicht schon vor uns liegt, nur weil keiner den ersten Schritt machen will, um zuzugeben, dass der Kurs falsch war.


„Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht.“

Das heißt nicht, sich kleinzumachen oder immer nachzugeben. Denn, mal ehrlich: Wenn immer der Klügere nachgibt, regieren irgendwann nur noch die Deppen. Die leisen, klugen Köpfe werden übertönt, während die Lauten das Feld übernehmen – und das Ergebnis sehen wir täglich in den Nachrichten.


Es geht darum, den eigenen Stolz beiseitezulegen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wer im Streit die persönlichen Befindlichkeiten hintanstellt, kommt viel eher zu einer Lösung, die allen hilft. Das Ziel ist nicht, sich selbst zu profilieren, sondern die Sache voranzubringen.


Am Ende des Tages ist unser Stolz oft der größte Feind des Fortschritts. Ein kluger Mensch weiß, wann es Zeit ist, einen Schritt zurückzutreten, Anlauf zu nehmen und den Fokus auf das zu richten, was wirklich zählt: die Lösung, nicht der Applaus oder die Selbstbeweihräucherung.


Also: Streiten ist gut, solange es darum geht, die Sache weiterzubringen. Wer sich zu sehr auf die Fehler der anderen konzentriert, verliert den Blick auf das eigene Handeln. Manchmal hilft es, das Fernglas wegzulegen und einen Spiegel zur Hand zu nehmen. Nur so wachsen wir an den Herausforderungen, statt daran zu zerbrechen – und machen unsere Gesellschaft ein Stück klüger, weiser und besser.

 
 
 

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